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Von der Papierrechnung zur digitalen Buchführung

Ein praktischer Leitfaden für den Wechsel — welche Schritte du gehen solltest und welche Tools dir dabei helfen

10 min Lesezeit Anfänger Februar 2026
Professionelle Frau mit Ordnern und Dokumenten in organisiertem Büro beim Übergang zur digitalen Buchführung

Warum der Wechsel notwendig ist

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) regelt seit 2015, wie Unternehmen ihre Finanzen dokumentieren müssen. Papierrechnungen sind nicht mehr ausreichend — du brauchst ein System, das deine Belege ordnungsgemäß erfasst und speichert.

Der Wechsel zur digitalen Buchführung ist kein optionales Upgrade, sondern eine Anforderung des Finanzamts. Aber hier’s die gute Nachricht: Es ist einfacher, als du denkst. Viele Unternehmen mit 5–50 Mitarbeitern haben diesen Schritt bereits gemacht und berichten von weniger Papierkram, besserer Kontrolle und schnelleren Monatsabschlüssen.

Digitale Buchhaltungsplattform mit Rechnungen und Dokumentenverwaltung auf dem Computerbildschirm

Dein Weg zur digitalen Buchführung

Vier konkrete Schritte, um von Papier auf digital umzusteigen

01

Audit deines aktuellen Systems

Schau dir an, wie deine Belege derzeit gespeichert sind. Hast du einen Ordner voller Rechnungen? Sind einige im Email-Postfach? Sind sie chronologisch sortiert oder durcheinander? Dieser erste Schritt dauert meist 2–3 Stunden, gibt dir aber Klarheit über den Umfang der Aufgabe. Ziel: Eine komplette Liste aller Belegart, die du digitalisieren musst.

02

Das richtige Tool auswählen

Du brauchst eine Lösung, die GoBD-konform ist. Das bedeutet: Dokumentation mit Zeitstempel, Speicherung mit Prüfsummen und Unveränderbarkeit nach Eingang. Tools wie Sevdesk, Lexoffice oder Billomat erfüllen diese Anforderungen ab Monatskosten von 10–30 Euro. Wichtig: Teste die Software mit ein paar echten Belegen, bevor du dich langfristig bindest.

03

Altbestände digitalisieren

Das ist die zeitintensivste Phase. Du musst alte Rechnungen einscannen oder fotografieren und sie richtig kategorisieren. Ein professioneller Scanner mit OCR (optische Zeichenerkennung) macht das schneller als per Hand. Viele Büros digitalisieren 3–5 Jahre rückwärts — ältere Belege können in Archiven bleiben. Mit 20–30 Minuten pro Arbeitstag bist du in etwa 4–6 Wochen durch.

04

Neues System etablieren

Ab jetzt läuft alles digital. Rechnungen werden direkt in die Software hochgeladen, nicht mehr ausgedruckt. Du definierst Kategorien, setzt Benachrichtigungen für Zahlungsfristen und planst monatliche Abschlüsse. Nach 2–3 Monaten wird der Prozess zur Routine, und du wirst bemerken, wie viel Zeit du sparst.

Tools, die du benötigst

Hardware und Software für einen reibungslosen Übergang

Zum Digitalisieren brauchst du nicht viel. Ein einfacher Multifunktionsdrucker mit Scanfunktion kostet zwischen 150–300 Euro und reicht völlig aus. Wenn du viele Belege hast, lohnt sich ein spezialisierter Dokumentenscanner (600–1000 Euro) mit automatischem Vorlageneinzug und OCR-Funktion.

Für die Verwaltung brauchst du eine Cloud-Lösung mit automatischen Backups. Google Drive, Nextcloud oder dedizierte Buchhaltungssoftware bieten hier Sicherheit. Vergiss nicht: Du brauchst eine externe Festplatte als zusätzliches Backup. Ein 2-TB-Modell kostet etwa 60 Euro und ist schnell eingerichtet.

  • Scanner oder Multifunktionsdrucker mit OCR
  • Buchhaltungssoftware (GoBD-konform)
  • Cloud-Speicher mit Versionskontrolle
  • Externe Festplatte für Backups
  • Organisationssoftware (Labeling, Kategorien)
Scanner und Laptop mit Buchhaltungssoftware-Interface auf dem Schreibtisch in modernem Büro

Häufige Fehler vermeiden

Das solltest du während der Umstellung beachten

Frau überprüft Dokumente und Checkliste zur GoBD-Compliance auf Papier und Computer

Keine Lücken bei den Belegdaten

Jede Rechnung muss ein Datum, eine Nummer und einen Betrag haben. Wenn deine alten Papierbelege diese Informationen nicht enthalten, notiere sie nachträglich in der Software. Das Finanzamt akzeptiert Belege ohne vollständige Daten nicht.

Beachte Aufbewahrungsfristen

Belege müssen 6–10 Jahre gespeichert werden (je nach Art). Vergiss nicht, dass deine Cloud-Speicherung diese Zeiträume abdeckt und dass du eine Notfall-Wiederherstellungsstrategie hast, falls die Festplatte ausfällt.

Digitale Rechnungen richtig speichern

Nicht alle Dateiformate sind GoBD-konform. PDF ist sicher, aber speichere niemals nur Screenshots. Kaufbelege sollten als PDF oder Bild (PNG/JPG) mit Metadaten versehen sein. Deine Software sollte automatisch einen Zeitstempel hinzufügen.

Bereit für den nächsten Schritt?

Der Wechsel zur digitalen Buchführung ist eine Investition in deine Effizienz und deine Compliance. Ja, es kostet Zeit und ein wenig Geld — aber du sparst diese Zeit danach jeden Monat wieder ein. Nach etwa 6–12 Monaten merkst du, wie viel Ordnung und Übersicht du gewonnen hast.

Starte klein: Wähle eine Software, digitalisiere deine letzten 3 Monate, und etabliere dann dein neues System. Du wirst sehen, dass es sich lohnt.

“Der größte Vorteil war für uns die Zeitersparnis. Was früher eine ganze Woche Büroarbeit war, geht jetzt in 2–3 Tagen. Und ich schlafe besser, weil ich weiß, dass alles ordnungsgemäß dokumentiert ist.”

— Thomas M., Geschäftsführer eines Handwerksbetriebs

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen zum Übergang von Papierrechnungen zur digitalen Buchführung nach GoBD-Standards. Er ist keine rechtsverbindliche Beratung. Die GoBD-Anforderungen können je nach Bundesland und Unternehmensform unterschiedlich sein. Konsultiere vor der Umstellung einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, um sicherzustellen, dass dein System vollständig konform ist. Wir übernehmen keine Haftung für Fehler oder Auslassungen in diesem Leitfaden.